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Ich denke ihr wisst bereits alle, was furchtbares am 11.06.08 passiert ist und ich werde auch deshalb darüber kein weiteres Wort verlieren. Bis auf einen Verweis auf extreme-nature.
Dessen Startseite ein wundervolles Gedicht ziert, von jemanden, der es tatsächlich geschafft hat, die richtigen Worte zu finden. Ich kann sie leider nicht finden.
Ich habe unseren kleinen Blog mit dieser schönen interaktiven Funktion durchforstet und natürlich auch einige Beiträge von Arno gefunden. Ich möchte sie an dieser Stelle noch einmal gesondert aufführen, für ihn ... und vor allem für die Menschen, die vielleicht über diese Seite stolpern und Arno ebenso vermissen wie ich.
So ironisch es sein mag, hat Arno außerhalb der Poesie- Seite nur einen einzigen Eintrag hinterlassen... unter "wenn wir sterben".
Vielleicht hat er selbst ein paar richtige Worte gefunden...
Tina am 22.6.08 22:39


ARCHIV/Kategorie: wenn wir sterben/Autor: Arno

wenn wir sterben, sind wir anschließend tot. bitte hierüber keine diskussionen. wir wurden geboren, lebten, litten und starben. wer früher stirbt, ist länger tot - ein nicht von der hand zu weisender vorteil des frühen todes. mir will scheinen, dass der tod unangenehmer für diejenigen ist, die ihn miterleben, als für jene, die ihn am eigenen leib ersterben. doch dass sind alles alte hüte. schade eigentlich, denn als ich diesen essay vor 3 minuten völlig planlos begann, dachte ich keineswegs an alte hüte -
wenngleich meine couture einige aufweist, zugegeben. doch ich schweife ab.
gnadenlos zurück zum thema:
tod.
tod.
tod.
wir merken: wenn dieses wort so dreimal irgendwo rumsteht, werden die assoziationen von "tod" zu "tod" zahlreicher, die synapsen immer aktiver, und die ganzen, quasi fehlenden, als zugehörig empfundenen worte schwirren im hirn umher: sarg, leiche, unfall, alte menschen, schwarz, traurig, oweh-oweh, nein-bitte-nicht-ich, mama-aua et cetera. nach belieben und
neigung auffüllbar. an dieser stelle fällt mir ein, dass gewisse buddhisten gewisse übungen machen: sie stellen sich (in meditativer konzentration) vor, wie das fleisch auf ihrer stirn langsam verschwindet, und der knochen sichtbar wird. dann die stirne der anderen anwesenden personen. nach und nach sind dann die körper dran, bis in der einbildung der ganze raum voller
gerippe hockt. eine schöne vergänglichkeitsbewältigung, oder?
nun fällt mir, obwohl ich noch lebe, oder wahrscheinlich gerade deswegen, so langsam nichts mehr zum thema ein - also ist es zeit einen abschluss zu finden. ich wünsche einen guten tag. lassen sie sich nichts über den tod erzählen - vertrauen sie hierbei lieber auf ihre eigene erfahrung. den referat-artigen, leicht oberlehrer-mäßigen stil meines beitrags bitte ich damit zu entschuldigen, dass ich aus einer lehrerfamilie stamme. ich habe mir für die zukunft vorgenommen, den makel eines derart grässlich geschwollenen schreibstils bei der gelegenheit meines ablebens zu tilgen.
Tina am 22.6.08 22:39


ARCHIV/Der Uhu und das Frettchen (fabulierte Dichtung oder erdichte Fabel)

In der Dunkelheit der Nacht
Nimmt sich so manch’ Tier in acht,
Denn der Uhu macht nun Jagd
Auf alles, was da kriecht und nagt...

Ein solch’ räuberisch Geselle
Zog seine Kreise nah der Stelle,
Wo ein Frettchen sprang und ging,
Und sich gerad’ ein Mäuslein fing.

Der Uhu ließ sich lautlos fallen,
Um diese Beute aufzukrallen;
Und ein Frettchen sieht mit Maus
Im Gebiss noch leck’rer aus...

Doch das Frettchen, gar nicht dumm,
War sich des Vogels schon bewusst;
Schaut’ sich rasch nach Deckung um;
Hatt’ zum Sterben keine Lust.

Husch! Da duckte’s unterm Stein,
Wo Uhus Klaue nie ging’ rein;
Sturzflug nutzlos! So dass der
Uhu tat, als wenn nichts wär’...

So sprach er denn auch ziemlich nett:
- „Wünsche guten Appetit!
Im Mäusejagen seid Ihr fit,
Wenn nicht gar superb, Herr Frett!“ -

Und das Frett’ ließ Schmeicheleien
Auch dem Großen angedeihen:
- „Danke, Uhu! Doch seid Ihr,
Wie jeder weiß, das klügste Tier!“ –

- „Klugheit würde ich nicht sagen:
Weisheit hätte ich’s benannt;
Ich leb’ seit abertausend Tagen;
Mir ist der Weltenlauf bekannt...“ –

Sein Blick war fern, auf nichts gerichtet;
So sprach er weiter; und zuletzt
Vom allerhöchsten Tiergesetz,
Das von Gott selbst ihm ward berichtet...

Von solcher Rede ganz umwoben,
Hatte das Frett’ sich vorgeschoben;
Denn: Sprach der Uhu umso weiser,
Wurd’ seine Stimme immer leiser...

Und ohne nur den Kopf gewendet,
GRIFF der Uhu nach dem Kleinen;
Dem blieb nicht mehr viel Zeit zu greinen,
Da war’s auch schon verendet.

Denn das Tiergesetz auf Erden
Heißt: FRESSEN, UND GEFRESSEN WERDEN.
Tina am 22.6.08 22:47


und noch ein Gedicht... ohne Titel, braucht es auch nicht.

Ein Weib war recht töricht
Sie hockte im Röhricht
Und dacht: ´Ich versteck mich
und niemand entdeckt mich´
Doch nach wenigen Sekunden
Wurde sie schon gefunden
Denn sie trug violett
Und war schlichtweg zu fett
Tina am 22.6.08 22:50


Und zum Schluss noch eines... ein passender Apell.

Ins Netz gegangen


Du schaust durch Fenster in zwei Dimensionen
Wo Nullen und Einsen beeinander wohnen

Du koppelst dein Hirn mit der Welt, die gewoben
Um Traumszenerien virtuell zu erproben

Und weißt doch, dass diese Art von Perzeptionen
Der Widmung deiner sämtlichen Erdzeit nicht lohnen

Also, wenn du aus Fleisch und Blut bist, geh toben
Und hör auf, vor einem Computer zu thronen
Tina am 22.6.08 22:58


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